Das Kind, das niemand sah

von | Mai 1, 2026 | Schreibwerkstatt, Wortweberei | 0 Kommentare

Inspiriert durch das Bäumchen im Stacheldraht, entstanden diese Worte. Ein Teil von mir, ein Teil Fiktion.

Kindheit, ein Buch mit vielen farbspielen.
Von Schwarz bis Rosa ist alles vorhanden.
Manche lustig mit Ballerinas oder fliegenden Autos.
Andere aufgeweicht vom Tränenfluss und schwarz umrandet.

So viele Seiten liegen in einer Welt, die ich nicht greifen kann.
Sie sind hinter einer dicken Holztür verschlossen.
Will sie nicht sehen, noch berühren.
Kennst du das?

Das Schreien, das ich nicht hören will.
Den Schmerz, den ich nicht fühlen will.
Die ungeweinten Tränen, die fließen wollten.
Wenn ich mich hätte anschmiegen können. 
Kennst du das?

Niemand ist da für mich, ich bin allein.
Die anderen sind beschäftigt mit sich, mit ihren Ängsten, mit ihren Überforderungen.
Und ich, ich hätte sie gebraucht.
Die Weichheit, den Schutz, die Geborgenheit.
Kennst du das?

Innerlich habe ich geschrien vor Schmerz.
Die Kälte hat mich verstummen lassen.
Keiner war da!
Keiner sah mich!
Kennst du das?

Heute ist der Schmerz hinter einer dicken Mauer verborgen.
Die Verlassenheit brüllt nach Aufmerksamkeit, von mir.
Kennst du das?

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