Mein Name, der für mich wie eine Lebensmelodie klingt, mal schwungvoll und mal sperrig. In dieser persönlichen Reflexion nehme ich dich mit auf die Reise durch meine drei Namen.
Du erfährst, warum ich meinen Namen getanzt habe und wieso ich so gar nicht auf das Sandwich stehe. Außerdem erzähle ich dir, wieso ich meinen Familiennamen geändert habe, um ihn am Ende wieder zurückzutauschen. In dieser Transformationszeit erlebte ich Leid, Trauer, Abschied, Wiedergeburt und einen Honigtopf voll Leben.
Die von Engeln beglückte
Mit meiner Geburt stand mein Name fest: Nataly Friederike Rohrer. Lang und fast unaussprechlich. Ich liebte und liebe meinen Vornamen und diesen Schwung am Schluss mit dem y.
Singend bin ich als Kind durch die Wohnung getanzt, zu dem Song von Gilbert Bécaud „Nathalie“. Ein Lied nur für mich geschrieben. Besungen von einem mir unbekannten Mann aus Frankreich. Die Schreibweise des Songtitels „Nathalie“ ist nicht halb so schön wie meine. Es fehlt der Schwund am Ende und noch dazu ein h hineingequetscht. Wie konnte das passieren! Mein Name wie eine Primadonna, einzigartig gedreht am Schluss.
Niemand weiß ihn richtig zu schreiben, wie ein Rumpelstilzchen-Name. Noch heute ein Staunen auf den Gesichtern der Leute über die einzigartige Schreibweise. Wo sollen sie das h unterbringen? Was, kein i oder ein e? Auch höre ich immer wieder: Bist du Französin? Nein, das liegt ganz fern. Meine Eltern sprechen kein Wort dieser Sprache. Ich selbst stolpere sehr mit einer unbekannten Sprache. Sie ist mir mehr wie ein Knoten in der Zunge, die sich verheddert hat, im Gartenzaun.
Die Bedeutung auch so wunderbar herzerfrischend: die an Weihnachten geborene oder die von Engeln beglückte. Hihihi, kurz nach Weihnachten habe ich tatsächlich das Licht der Welt erblickt.
Mächtige Beschützerin
Mit dieser Friederike in der Mitte finde ich keine Freude. Er klingt so wenig nach mir und ist hart und ungelenk für meine Ohren. Ob sich das noch ändern wird? Die Bedeutung dieses Namens ist weich und friedlich. Bei Wikipedia steht: Die Friedensreiche, Friedensfürstin oder mächtige Beschützerin. Der Name soll für Stärke und Ruhe stehen. Vielleicht wachse ich da rein und lerne ihn zu lieben wie einen Teddybären, den ich in den Armen kuschel. Bei dem ich mich ausweinen kann, bis die Tränen versiegen wie die Quelle zu einem Fluss.
Wohnstättennamen: Die beim Rohr (Schilf) lebt
Ich komme zu meinem letzten Namen, der die Familie inne hat. Da gab es einen Sprung von rechts nach links, um mich am Ende friedlich zurück in das gemachte Bett zu setzen. Meine Geschichte zu dem Hin und Her: Ich dachte, wenn ich heirate, sind wir erst ganz Familie mit einem gemeinsamen Namen. Für meinen mir angetrauten fühlte sich mein Nachname an wie eine harte Nuss, kein Fließen darin. Er passt nicht zu seinem kantigen Vornamen.
Nun gut, so gab ich mich hin und ließ meinen Rohrer davonfliegen, um mich auf einem Schmidt auszuruhen. Der Klang, melodisch, das liebte ich sehr, aber die Verwechslung mit diesem war schon sehr groß. Auch der gemeinsame Name hat uns nicht davor bewahrt, dass das Konstrukt Familie auseinanderbrach.
Als dann im letzten Schritt sich die Scheidung vollzog, wurde mir bewusst: Ich möchte zurück zu meinen Wurzeln. Möchte das Neue nicht gebären mit einem Namen, der nicht wirklich der meinige war. Der den Klang, die Schwingung einer anderen Familie in sich trug. Nicht diesen Namen behalten, nur weil ihn meine Kinder trugen.
Heute, mit den Erkenntnissen, die ich in mir hüte, würde ich nimmer mehr meinen Namen verändern wollen. Nur durch einen Namen wachsen wir nicht zusammen, er macht nach außen etwas klar erkennbar. Wieso ist es wichtig, eine Show nach außen zu vollziehen? Das Innere darf stimmig schwingen.
Fazit: Warum sich mit seinem Namen beschäftigen
Der angenommene Name trägt weiter die Schwingung der Beziehung in sich, die Erinnerung daran. Ob man diese mit sich tragen möchte, darf jeder für sich entscheiden.
Auch eine Aufgabe, ein Ahnengeflecht, ist im Familiennamen gespeichert. Will ich das bereinigen für eine andere Familie, obwohl für mich ein neues Leben anfängt?
Wir dürfen nicht vergessen: Jeder Name hat eine Schwingung, trägt Botschaften und erinnert an die Seelenaufgabe in uns. So können wir uns überlegen: Wie möchten wir angesprochen werden? Passt der Kosename oder Spitzname noch und fühle ich mich damit wohl?
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