5 Tipps, mit Einsamkeit liebevoll umzugehen

von | Feb. 17, 2026 | Alltagstipps, Mein Business | 0 Kommentare

Einsamkeit kann sehr belastend sein und trifft fast jeden Menschen. Und doch ist dieses Thema mit Scham und Peinlichkeit besetzt. Wer möchte schon gerne darüber sprechen?
In meinen Tipps geht es nicht ums Verdrängen dieser Emotion, sondern im Gegenteil darum, sie anzunehmen.
Die Übungen kannst du nicht nur mit Einsamkeit machen, sondern mit jeder anderen Emotion. Probiere aus, was sich für dich am besten anfühlt. Das kann auch jedes Mal etwas anderes sein.

5 Tipps in der Kürze

1. Den jetzigen Zustand annehmen, wie er ist, ohne ihn ändern zu wollen
2. Nimm das Gefühl im Körper wahr, das die Einsamkeit hinterlässt
3. Verlangsame deine Bewegungen und Handlungen
4. Erlaube dir, deine Emotionen auszudrücken
5. Bringe zu Papier, was jetzt in dir vorgeht – in Worten oder Bildern

Den jetzigen Zustand annehmen

Annehmen, was gerade da ist. Es geht nicht darum, vor dir selbst davonzulaufen, sondern da zu sein für dich. Kein Sprint ans Telefon, keine Gespräche mit der KI oder Treffen mit Freunden. Keine Ablenkungen. Du kannst dir in solchen Momenten sagen: „Es darf so sein, wie es ist. Ich bin okay, obwohl ich mich einsam fühle.“ Das ist nicht immer einfach, deinen Zustand so anzunehmen, aber das Verdrängen hat bisher auch nicht viel geholfen.

Nimm das Gefühl im Körper wahr

Wie fühlt sich die Einsamkeit in deinem Körper an? Werden deine Beine schwer? Gibt es Druck im Hals oder ein Engegefühl? Wo in deinem Körper hinterlässt die Einsamkeit ein Körpergefühl? Nimm deinen Körper genau wahr und lasse es zu.

Spüre zum Beispiel das Engegefühl im Hals, ohne es verändern oder verdrängen zu wollen. Du wirst merken, dass es sich nach wenigen Minuten aufgelöst hat oder integriert hat. Es kann sein, dass das Engegefühl weg ist, aber nun sticht es plötzlich im Rücken. Verfahre mit allen Körpergefühlen wie beschrieben.

Vielleicht ist es für dich hilfreich, die Augen dabei zu schließen. Ich kann besser wahrnehmen mit geschlossenen Augen. Probiere aus, was für dich passt. Möchtest du dabeistehen, liegen oder sitzen? Magst du dich in eine warme Decke hüllen oder brauchst du etwas ganz anderes?

Verlangsamen

Verlangsame alles, was du gerade machst. Häufig huschen wir so in der Gegend herum. Wir trinken ein Glas Wasser, ohne danach zu wissen, was wir gemacht haben, oder lesen etwas und vergessen es sofort wieder. Das ist nicht ungewöhnlich, aber wenn du dich einsam fühlst, braucht es vielleicht etwas Neues.
Dadurch bist du mehr im Jetzt und deine Gedankenspirale verlangsamt sich oder hört ganz auf.
Wenn ich mich einsam fühle, hilft mir das Verlangsamen.
Du kannst wie folgt vorgehen: Spüre deinen Atem, greife zum Glas, fühle, ob es kalt oder warm ist. Führe das Glas langsam zu deinen Lippen. Spüre das Glas an deinen Lippen, die Festigkeit, das Kühle. Dann nimm einen Schluck und fühle, wie die Flüssigkeit in deinen Mund kommt und langsam in deinen Körper fließt.

Emotionen ausdrücken

Lass deine Emotionen raus. Wenn dir gerade nach Heulen ist, mache es. Wenn du schreien magst, schrei ganz laut. Falls das zu Hause nicht geht, fahr in den Wald oder an einen Ort, wo du alleine bist. Auch der Keller ist möglich.

Hört sich so simpel an, aber genau das erlauben wir uns häufig nicht: unsere Emotionen zum Ausdruck zu bringen. Wut, Frustration, Scham über die Einsamkeit oder andere Themen.
Bei einer Klientin von mir hatte sich ganz viel Wut aufgestaut. In meiner Praxis wollte sie nicht schreien. So sind wir zusammen in den Wald gefahren, um zu schreien. Erst hat sie sich nicht getraut, aber als ich das loslegte, fiel sie mit ein. Ein tobendes, lösendes Wutgeschrei haben wir fabriziert.

Vielleicht ist therapeutisches Boxen etwas für dich Therapeutisches Boxen.

Freewriting oder malen

Schreibe oder male zu dem, was gerade in dir vorgeht. Du kannst dafür das Freewriting nutzen. Das heißt, du schreibst alles nieder, was sich in deinem Kopf auftürmt. Achte dabei nicht auf Grammatik oder Rechtschreibung. Es kann sein, dass du erstmal schreibst: „Ich hasse diese Einsamkeit“. Vielleicht schreibst du diesen Satz wieder und wieder. Eventuell kommen danach andere Worte, Sätze, Gekritzel oder Sonstiges heraus. Limitiere dich nicht, es entsteht, was entsteht. Am besten nimmst du dazu einen dicken Bleistift.
Fühle danach, wie es dir geht, ob sich etwas verändert hat. Nimm nur wahr, ohne es zu bewerten.
Das Geschriebene kannst du dir nochmals durchlesen oder es gleich entsorgen. Eine genau Anleitung findest du in meinem Blog Freewriting

Fazit

Denk daran, du bist nicht alleine damit. Ich kenne Einsamkeit seit meiner Kindheit, obwohl ich in einer großen Familie gelebt habe. Es ist ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt. An vielen Tagen fühle ich mich wohl, alleine zu sein, und doch kommt manchmal die Einsamkeit angetrippelt. Die Tipps, die ich aufgeschrieben habe, helfen mir meist in diesen Momenten.

Es gibt einen Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein. Einsamkeit fühlt sich für mich leer und schmerzvoll an, es fehlt etwas. Im Alleinsein bin ich mit mir im Frieden und fühle mich wohlig und geborgen. Das Alleinsein habe ich selber gewählt, die Einsamkeit meist nicht.
Du kannst alleine sein, ohne einsam zu sein. Andererseits kannst du dich einsam fühlen, obwohl du nicht alleine bist.

Wenn es dich zu sehr belastet, hol dir Hilfe. Manchmal braucht es ein Gegenüber, um aus der Abwärtsspirale herauszukommen. Gerne kannst du bei mir einen Termin ausmachen oder bei einem Therapeuten deines Vertrauens.

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