Ich bin einfach nur glücklich, eine Spülmaschine zu haben. Ich weiß, wie es ist, alles mit der Hand zu spülen. Wenn sich die Teller und Tassen stapeln und kein Geschirr mehr im Schrank ist. Mir macht das absolut keinen Spaß.
So entstand, in einem Glücksgefühl diese Hymne. Ach ja, auch noch vielen Dank an die Erfinder. Klar, hätte ich auch noch etwas über all die tollen anderen Gerätschaften schreiben können. Wer weiß, vielleicht küsst mich die Muse noch.
ODE
Ich gebe dir meine vollgeschmierten Teller
und du sagst nichts.
Ich gebe dir Töpfe, wo der Boden nicht zu sehen ist
und du sagst nichts.
Du wirst befüllt und befüllt bis an die Oberkante
und du sagst nichts.
In der Dunkelheit schleiche ich zu dir, schenke dir ein wenig weißes Pulver,
und du schnurrst leise vor dich hin.
Meine kalten, nackten Füße schlurfen Stufe für Stufe in mein Schlafgemach.
Ich lege mich auf die weiche Matratze, drehe mich von einer Seite auf die andere.
Eingemummelt in der kuscheligen, warmen Merinodecke sinke ich in das Traumland.
Du stehst alleine und verlassen im Untergeschoss.
Arbeitest rappelnd und wartest friedlich bis zum Morgen.
Zerknautscht komme ich die braunen Holzstufen herunter.
Bekleidet mit meinem alten, gestreiften Nachthemd, trotte ich zu dir.
Mein Blick streift über dich hinweg.
Der warme Schwarztee mit einigen Tropfen Sahne hat meine ganze Aufmerksamkeit.
Du stehst geduldig da und sagst nichts.
Dann ist deine Zeit gekommen.
Meine Hand greift die Tür, zieht daran, mein Herz hüpft.
Glanz spiegelt sich in meinen Augen.
Die Töpfe glitzern wie Schneeflocken, die Teller weiß wie eine Schlittschuhbahn.
Du, meine geliebte Spülmaschine, du weißt, wie du mich glücklich machst.
Geschrieben am 20.04.2024
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